Der Weg und das Ankommen in Frankreich

Einen so anstrengenden Juli habe ich noch nie in meinem ganzen Leben erlebt:

Anfang des Monats noch das letzte Seminar auf Hof Steigerwald mit einer guten Portion Wehmut darüber, dass die Zeit an diesem wunderschönen Ort ihr Ende hat, der achtzehnte Geburtstag unseres Sohnes, dann der Räum-und-Pack-Marathon, noch ein Flohmarkt, parallel dazu schon die ersten Bauarbeiten der neuen Besitzer. Die Ponys auf die lange Fahrt auf dem LKW vorbereiten. Ständig verschob sich der anvisierte Starttermin nach hinten, weil einfach klar wurde, dass wir es nicht schaffen werden, alles einzupacken und wegzuschaffen.

Großartige Freunde haben uns unterstützt und dann war es am 27. Juli endlich soweit. Von morgens um 07:00 bis abends um 22:00 Uhr haben wir gepackt und geräumt und dann die Ponys verladen.

Wer schon einmal auf Hof Steigerwald war, wird sich gerne an die Birken an der Zuwegung erinnern. Nur waren sie leider auf Pferdeanhänger-Höhe geschnitten, aber nicht auf LKW-Maße… Wer einmal in einem Anhänger war, der an Büschen entlang gefahren ist, weiß, welches unangenehme Geräusch das verursacht.

Wir hatten uns extra einen eigenen Pferdetransporter gekauft, denn wir hatten ja besondere Ansprüche an die lange Reise mit unserer kleinen Herde. Wir wollten zum Beispiel vom Datum und der Tageszeit her flexibel sein: Das hat sich bei der Hitze und dem Chaos der Vorbereitung auch als goldrichtig erwiesen! Dann brauchten die Shettys Abteile, die ihrer Größe angemessen sind, um sicher und komfortabel reisen zu können. Und natürlich brauchten wir vor allem auch Trainingszeit mit den -inzwischen- Jährlingen.

Eine so lange Strecke bedeutet Aus- und wieder Einladen, schließlich müssen wir ausreichend Pausen für alle Mitreisenden machen. Das heißt mindestens zweimal müssen alle Beteiligten wieder guter Dinge in den Transporter steigen. Ich habe genug Mensch-Pferd-Teams begleitet, um zu wissen: Die Wahrheit zeigt sich immer bei der nächsten Anfrage nach der Fahrt. Es galt also, ausgiebig den LKW positiv “aufzuladen”. Um die Erwachsenen habe ich mir weniger Gedanken gemacht, die haben genug Reiseerfahrung, um auch erneut wieder mit mir in die schwankende und rollende Höhle zu steigen.

Um die Reise nicht gleich mit dem gruseligen Streifen der Äste und Zweige der Birken zu beginnen, haben wir uns entschieden auf der Zuwegung zu verladen – was wir vorher nur einmal trainiert hatten. Es war inzwischen auch schon ziemlich dunkel geworden, mein Adrenalinpegel war relativ hoch, aber es hat alles tadellos geklappt.

Dann ist Mario mit dem 814er und dem acht-Meter-Anhänger losgefahren und ich bin mit dem Sprinter und dem kleinen fünf-Meter-Anhänger hinterher. Leider hat die eigens für die Reise angeschaffte Kamera für den Pferdebereich nur funktioniert, wenn der Motor aus war, aber es gab kein Rumpeln und kein Stampfen, alles ganz ruhig. So rollten wir durch die Nacht, hinein in ein neues Leben, ein sehr erfülltes hinter uns lassend.

Erstes Etappenziel und erste Pause auf dem Scheuerhof von Viviane Theby
Erstes Etappenziel und erste Pause auf dem Scheuerhof von Viviane Theby

Die erste Etappe endete bei Viviane Theby in der Eifel. Sie hatte mich vorgewarnt, dass es eine Baustelle im Dorf vor ihnen gäbe. Diese hat das Navi auch angezeigt und uns von einer anderen Autobahnausfahrt herunter gelotst. Nur um dann auf einer Landstraße anzuzeigen: “Sie haben ihr Ziel erreicht. Es bleiben 350 Meter Fußweg.” Also hieß es: Selbst den Weg über die Feldwege zu finden. Zweimal wenden, weil wir Einfahrten verpasst hatten, dann eine Spitzkehre einen Kilometer von Viviane entfernt. Also Anhänger vom LKW abhängen und ohne weiterfahren, damit die Ponys nach acht Stunden Fahrt endlich aussteigen konnten.

Sie kamen auf eine Wiese mit schönem Gras trotz der Trockenheit und waren deutlich begeistert. Jetzt hieß es erst einmal: Pause!

Wir hatten einen Tag, eine Nacht und noch einen Tag zum Regenerieren für alle eingeplant und wollten weiterhin nachts reisen. Es war wunderschön entspannend, auf dem Scheuerhof zu sein, die Agroforst-Streifen zu bewundern, Pizza aus dem Lehmofen zu essen und gute Unterhaltungen zu führen. Außerdem reparierte Mario nebenbei noch den Lichtmaschinen-Regler und ein defektes Kabel am LKW.

Freitag Abend um 21:30 Uhr bestiegen die Ponys alle brav ihr “Rolling Home”, aber Elvis und La Vida wollten nicht mehr auf Handzeichen rückwärts in ihre Abteile. Mir tat es sehr leid, am Halfter zu ziehen, aber das ging dann zum Glück tadellos.

Ein weiterer emotionaler Abschied kam mit dem Passieren der Grenze. Jetzt waren wir nicht mehr als Urlauber auf dem Weg nach Frankreich, nun kamen wir als neue Bewohner des Landes. Auch die 530 Kilometer lange Fahrt bis ein gutes Stück vor Lyon verlief tadellos. Wenn man von Tankstellen absieht, die die Karte zum Bezahlen nicht annehmen oder LKW-Fahrern, die beim Überholen des langsamen Gespanns am Berg auch noch hupen… Den Sonnenaufgang haben wir noch ausgekostet, dann war das nächste Ziel erreicht.

Pause für Mensch und Tier im Schatten der Bäume
Pause für Mensch und Tier im Schatten der Bäume

Beim “Camping Terre Ferme”, der idyllisch, aber nur 10 Minuten von der Autobahn entfernt liegt, wurden wir morgens herzlich empfangen.

Nach dem Abladen sind Freya und Elvis mir dann erst einmal über einen Stoppelacker galoppiert und ich hielt die vier anderen Stricke und betete, dass ich es schaffe, die aufgeregten vier anderen zu beruhigen und sie bald wiederkommen. Was sie dann zum Glück auch taten!

Wir konnten es uns dann mit allem auf einer baumumstandenen Wiese gemütlich machen, bauten einen mobilen Zaun für die Ponys und öffneten eine Flasche Sekt, bevor wir uns in den Sprinter legten, um uns von der Nachtfahrt zu erholen.

Die beiden 36 Stunden langen Pausen halfen sehr beim Verarbeiten dieses doch recht eingreifenden Schrittes. Auch wenn wir uns wahnsinnig doll auf Frankreich und das Leben auf Le Matou freuten, will schließlich auch die Seele mitkommen können. Es heißt nicht umsonst, man solle nicht schneller reisen als eine Schwalbe fliegt.

Beim 3. Verladen mussten die Jährlinge leider mit Druck vor der Brust in ihre Abteile überredet werden. Verständlicherweise hatten sie keine Lust mehr auf die Konsequenzen des “Einparkens”, waren dann aber, sobald die Bruststange eingehakt war, ruhig und machten keine Versuche, gegenan zu gehen.

Im Süden herrscht noch größere Hitze, die Strecke das Rhone-Tal hinunter waren es mitten in der Nacht noch fünfundzwanzig Grad! Als wir ins Landesinnere abbogen, wurde es zum Glück besser und selbst nach Sonnenaufgang waren wir erst bei zwanzig Grad.

Autobahnausfahrt: Nach ein paar Kilometern der atemberaubende Blick auf die Pyrenäen. Tränen der Dankbarkeit und der Erleichterung flossen. Gegurke über Land, Aufregung wächst. Fünf Kilometer vor Matou den langen Anhänger beim Nachbarn abstellen, zwei Kilometer auf enger Straße, LKW parken, Ponys ausparken, Elvis trinkt erst einmal bei Freya. Dann laufen wir den Rest des Weges in unser neues Zuhause, Mario fährt mit dem Rad hinterher.

Vor lauter Stress mit den vier aufgeregten Ponys an der Hand kann ich es leider nicht so genießen, wie es in einer romantischen Vision dieser Situation der Fall wäre. Paddockzaun kontrollieren, Ponys freilassen, heulen. Aber dann: “Schatz, wir sind wirklich da, wir haben es geschafft!”

Als ich diese Zeilen schreibe, sind wir schon fünf Tage in dieser unglaublich wunderbaren Gegend, genießen Natur und Stille, die Weite, die Berge und das gute Gefühl, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben.

Wenn du ein paar Infos über Le Matou haben möchtest, schau doch mal in den vorherigen Blogbeitrag: Steigerwald.Traum: Unser neues Zuhause in Frankreich.

Steigerwald.Traum: Unser neues Zuhause in Frankreich

„Warum um alles in der Welt verlässt man seinen in zwölf Jahren liebevoll und mit viel Herzblut aufgebauten Hof?“

Weil es einfach dran war.

Es gibt unterschiedliche Menschentypen, eine mögliche Unterteilung ist die in Aufbauer, Bewahrer und Auflöser. Mario und ich sind definitiv Aufbauer. Je eher man weiß, in welchem Bereich Stärken und Erfüllung liegen, umso besser kann man sich selbst gemäß leben. Das ist einer der Schlüssel für Lebensglück. Auf unserem Grundstück in Südfrankreich gibt es noch viel aufzubauen, wobei wir es diesmal etwas ruhiger angehen werden. Die Gesamtfläche beträgt 67 Hektar, davon sind 46 Mischwald mit Eichen hauptsächlich und es gibt auch einen Bereich mit Buchenbestand. Ich liebe das junge Grün im Frühling, wenn die Sonne darauf scheint!

16 Hektar Wiesen, wovon die Hälfte bereits pferdesicher eingezäunt sind, und ein paar Hektar Buschland vervollständigen das Angebot für unsere Ponys. Meine Wunschvorstellung ist ein Trail bzw. Spazier- und Reitweg einmal um das ganze Gelände herum, womit wir auf etwa sechs bis sieben Kilometer Rundweg kommen.

Eine wunderschöne Besonderheit ist die Lage: Im Süden ist vornehmlich ein Bachlauf die Grenze. Hier werden wir Zugänge für die Ponys ermöglichen, als natürliche Tränke. Ansteigend im Norden gehört der gesamte Südhang bis zum Grat im Norden zu Le Matou, das Wohnhaus liegt mittig auf 500 Metern Höhe.

Die idyllische Auffahrt zum neuen Zuhause
Die idyllische Auffahrt zum neuen Zuhause

Die Sommer sind nicht ganz so heiß wie am Meer und die Winter nicht so kalt wie in den höheren Berglagen. Perfekt! Was mich auch sehr begeistert, ist die Tageslänge im Winter. Morgens und abends eine ganze Stunde mehr Licht! Das Großartigste ist der atemberaubende Blick auf die Pyrenäen von einigen Plätzen des Grundstücks aus.

Für die Ponys gibt es zwei Offenställe aus Holz, die wir nur noch mit Streifen vorhängen bzw. Windbruchnetzen bestücken müssen. Das war es schon mit den vorhandenen Nebengebäuden, deswegen haben wir letzten Winter eine Rundbogenhalle aufgestellt. Diese wird als Scheune, Carport und Lager fungieren.

Von den Gebäuden her verkleinern wir uns sehr! Aber weniger Dächer, Regenrinnen, Fenster, putz- und fegbare Fläche sind durchaus auch als Vorteil zu sehen, oder etwa nicht?

Das Gästehaus mit seinen 20 Quadratmetern liegt ca. 30 Meter vom Haupthaus entfernt und ist frisch renoviert. Ab 2023 steht es für Urlauber zur Verfügung, dazu findet ihr hier mehr Informationen: Bildungsurlaub auf Le Matou.

Mario und ich haben im Haupthaus 54 Quadratmeter zum Wohnen zur Verfügung. Obendrüber gibt es noch einmal dieselbe Fläche als Rohbau. Hier könnten wir uns gut einen Seminar­raum vorstellen. Der rechte Trakt ist Roh-Rohbau. Blanke Steinwände und ein zum Glück intaktes Dach. Ein Teil soll Werkstatt oder Lager werden, ob der andere einmal Wohnbereich werden wird oder nicht, steht noch in den Sternen.

Was uns recht viel Ruhe garantiert, ist die Lage am Ende einer fünf Kilometer langen Sackgasse. Einen Kilometer führt die Zuwegung schön bis zum Haus schon über das eigene Gelände, danach ist Schluss. Der nächste Nachbar ist 500 Meter Luftlinie entfernt, aber es liegt Wald dazwischen. Selbst wenn er täglich seinen Rasenmäher anwerfen würde, wäre es egal!

Ein Briekasten an einem Baum in Südfrankreich enthält bald Steigerwalds Post
Ein Briekasten an einem Baum in Südfrankreich enthält bald Steigerwalds Post

Im nächsten Beitrag über Südfrankreich werde ich über unsere Reise dorthin und das Ankommen berichten. Geplant ist, die 1600 Kilometer lange Strecke in drei Etappen mit jeweils einem Tag Pause dazwischen zu machen.

Und nun werde ich voller Vorfreude, gemischt mit Abschiedsschmerz, weiter packen und räumen, in wenigen Tagen nähert sich die finale Tour mit den Ponys.

Pferdewippen: Welche Größe ist richtig?

Welche Fragen beschäftigen Pferdemenschen, die sich mit der sinnvollen Gymnastizierung durch Wippentraining auseinandersetzen? Natürlich geht es viel darum, wie man erreicht, dass das Pferd sich auf der Wippe so bewegt, dass sein Bewegungsapparat größtmöglichen Nutzen davon hat. Aber bevor die wunderschöne Muskulatur sprießen kann, steht die Wahl der richtigen Wippengröße an. Bei uns im Pferdewippen-Shop gibt es die sogenannten Ganzkörperwippen. Wir haben den Namen kreiert, weil zum einen der ganze, komplette Pferdekörper hierauf trainiert wird und zum anderen aber meistens auch nicht viel mehr Platz auf so einer Wippe ist als eben für einen ganzen Pferdekörper.

Im Wippenshop gibt es einen Größenfinder, der sich am Stockmaß orientiert, aber ich möchte noch ein paar andere, wichtige Faktoren ansprechen.

Ein leicht messbarer Parameter zur richtigen Pferdewippe ist der sogenannte „Radstand.“ Es gibt bei Pferden Quadrat- und Rechtecktypen, die bei gleichem Stockmaß auf unterschiedliche Längen hierbei kommen. Meine Friesen-Mix-Stute Frieda hat mit 150cm Stockmaß z.B. einen Radstand von 145 Zentimetern.
Für das Ermitteln des Radstandes empfehle ich folgendes Vorgehen: Du hältst dein Pferd aus der Bewegung an und misst die Länge von der Spitze des Vorderhufs bis zum Ballen des gleichseitigen Hinterhufs. Dann lässt du dein Pferd ein paar Schritte gehen, hältst wieder an und misst noch einmal. Nach fünf Messungen ziehst du den Schnitt und hast die Länge ermittelt, die dein Pferd für das reine Ganzkörperwippen benötigt.

Nun liegen viele Equiden oft genau auf der Grenze zwischen zwei Wippengrößen. Wir bieten sie in 1000, 1250, 1500 und 2000 Millimetern Länge in der Stellfläche an. Daher resultieren auch die Produktbezeichnungen wie z.B. T-1500 der Steigerwald.T Pferdewippen.
Was ist nun, wenn dein Pferd einen Radstand von 160 Zentimetern hat? Natürlich kann es auch auf einer Steigerwald.T- 1500 schön wippen, wenn es sich dort etwas zusammenstellt. Es kann dann aber nur auf diese einzige Art wippen, weil für alle anderen Stellungen schlichtweg der Platz fehlt. Der besonders wohltuende Effekt durch das lockere Schwingen auf Muskeln, Faszien, Sehnen, Bänder und Gelenke kann so nicht erreicht werden. Grund hierfür ist, dass dein Pferd eine gewisse Spannung aufbauen und halten muss, um überhaupt auf der verkleinerten und instabilen Unterstützungsfläche bleiben zu können. Die dehnende, entlastende Komponente der „Wipp-Wapp“-Bewegung ist deswegen deutlich geringer.

Natürlich ist die „wippende Bergziege“ ein großartiges Training und ein echter Hingucker vor allem für Menschen, die kaum glauben wollen, dass man Pferde überhaupt auf solche Trainingsgeräte bekommt. Wer schon einmal auf dem Pferderücken gesessen hat und die unterschiedlichen Wippentypen erspürt hat, wird bestätigen, dass viel Spannung im gesamten Körper ist, wenn es sich auf der kleinen Pferdewippe zusammenschiebt.
Deswegen empfehle ich bei der Wahl der Pferdewippe lieber eine Nummer größer. Du kannst dein Pferd mal offener, mal geschlossener, mal leicht sägebockartig wie ein Schaukelpferd, mal mehr ans vordere Ende, mal mehr ans hintere Ende der Wippe stellen. Und schon hast du eine deutlich größere Varianz in der Beanspruchung der Muskulatur.
Dann ist natürlich noch die Frage, wie alt dein Pferd ist, bzw. ob es körperliche Baustellen wie z.B. Spat oder Probleme mit seiner Wirbelsäule hat. Hierbei leuchtet es ein, dass es sinnvoll ist, einem solchen Kandidaten seine Aufgabe zu erleichtern.
Vor allem das Betreten der Wippe gestaltet sich einfacher, wenn mehr Platz vorhanden ist. Das gilt auch für Pferd- Mensch-Teams, die noch nicht viel Erfahrung in der Bodenarbeit oder mit Clickertraining haben. Ein geübter Trainer kann aufgrund seiner Erfahrung dem Pferd mit weniger Fehlern und mehr Erfolg auch kniffelige Aufgaben wie z.B. ein Shire auf eine Zweibeinwippe stellen.

Soll die Wippe eher auf einem Trail und zum Hinüberreiten genutzt werden, ist die T-2000 eine gute Wahl. Sie hat durch den längeren Überstand ein festes Ende zum Betreten und für den Abgang. Somit ermöglicht man Pferden, die zusätzlich zu ihrem eigenen Körper den Reiter ausbalancieren müssen, sich sicher in die Instabilität hineinzubewegen. Sie ist bis 800 Kilo in Holz und bis 1000 Kilo in Edelstahl zugelassen und auch für weniger geübte Teams mit etwas Übung zu bewerkstelligen.
Turngerätetraining soll schließlich Gymnastizierung mit Spaß sein! Wenn gerade zu Anfang die Aufgaben leicht verständlich und gut zu bewerkstelligen sind, ist die Freude auf beiden Seiten größer. In der Steigerwald.T Online Academy findest du tolle Webinare zum Wippentraining und es gibt inzwischen einige Wippentrainer, die die bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Doch zurück zur Wippengröße. Nun sind Pferde ja bekanntlich Herdentiere und es kann sein, dass mehrere sich eine Wippe teilen. Hier gilt: Kleinere Equiden bekommen jede Wippengröße bewegt, meine beiden Shettywallache bekommen mit ihren 100 und 105 Zentimetern Stockmaß und 102 bzw.98 Zentimetern Radstand (ja, der kleinere hat den größeren Radstand) bis zur T-3000 alle Pferdewippen gut bewegt. Wenn du z.B. ein Pony mit einem Radstand von 115 Zentimetern hast, wird es auf einer T-1500 oder T-2000 vielseitiges Wippentraining performen können. Ein großer Vorteil bei einer größeren Stellfläche der Pferdewippe: Du kannst mit rauf und mit deinem Pferd gemeinsam wippen. Dabei gibt es drei Varianten:
1. Du lässt dich bewegen und dein Pferd die ganze Arbeit machen.
2. Du bewegst dein Pferd. Das ist wunderbar zur Lockerung seiner Muskeln und stärkt deine Hinterhand 😉
3. Ihr findet einen gemeinsamen Groove aus abwechselnder Aktivität und Passivität. Eine wundervolle Art, sich gemeinsam mit dem Pferd zu bewegen!
Es gibt kein richtig und falsch, jede Wippe bewegt sich anders, jede Huflänge Veränderung in der Stellung verändert das gesamte Gleichgewichtsgefüge. Zum Transport empfehle ich immer eine Sachkarre. Damit lassen sich auch alleine und rückenschonend alle Pferdewippen gut von A nach B bewegen.

Für welche Wippe du auch immer dich entscheidest und mit welcher ihr schon aktiv seid: Genieß die wertvolle gemeinsame Trainingszeit mit deinem Pferd!

Kooperation beim Medical Training

nina pferd spritze koopertation

Heute möchte ich dir das Thema Kooperation mit Pferden im Medical Training erläutern sowie einen Einblick in diese Trainingsform geben.

Was bedeutet Kooperation im Umgang & Training mit Pferden?

“Ungewissheit und Hilflosigkeit versus Selbstbestimmung”

In vielen Situationen im Alltag mit unseren Pferden sind wir auf die Kooperation, das Vertrauen und die Mitwirkung unserer Pferde angewiesen. Im Leben eines Pferdes gibt es einige Grusel- bzw. Schreckensmomente und unbekannte Situationen. Eine ganz besondere unangenehme und schwierige Situation stellt für viele Pferde die Behandlung beim Tierarzt dar.

Es steht angebunden, hat womöglich Schmerzen. Sie als sein Vertrauensmensch sind aufgeregt. Hinzu kommt der Tierarzt, dessen Anwesenheit in der Vergangenheit für Ihr Pferd häufig mit wenig erfreulichen Erlebnissen verbunden war.

Ihr Pferd findet sich also in einer Situation wieder, von der es weiß, dass ihm akut unangenehme Maßnahmen und eventuell auch Schmerzen bevorstehen. Der Spannungsbogen steigt und mit ihm die Stresshormone. Das Instinktverhalten Ihres Pferdes wäre zu fliehen oder sich zu wehren. Je angespannter jedoch die Muskulatur, desto intensiver wird es Schmerzen empfinden. Dein Pferd steckt in einem Teufelskreis und das Pferdehirn speichert die Situation unter der Überschrift „akut schlimm“ ab. Folgerichtig wird es in Zukunft, wenn es Hinweise auf eine vergleichbare Situation wahrzunehmen glaubt, von vornherein mit Abwehr reagieren.

Ein tierfreundlicher Weg heraus aus diesem Teufelskreis ist, deinem Pferd Mitspracherecht und Kontrolle über den Ablauf einer Behandlung zu geben. Auf diese Weise kann es dir aktiv sein “okay” geben, wohl wissend, dass es gleich unangenehm werden kann.

Dein Pferd bekommt Mitspracherecht & Selbstbestimmung uns ist bereitwillig mit dir und dem Tierarzt zusammenzuarbeiten. Mit anderen Worten es kooperiert und arbeitet aktiv mit.

Welche Ziele erreichst du damit?

Wenn wir diese Kooperationsbereitschaft beim Pferd erarbeitet haben, lassen sich viele Angst und Schreckmomente für dein Pferd vermeiden. Es speichert den Besuch & Behandlung des Tierarztes nicht negativ behaftet ab und eine eventuell vorher immer notwendige Sedierung oder Nasenbremse ist nicht mehr nötig.

Unterm Strich gewinnen alle Beteiligten: Ihr Pferd gewinnt seine Selbstbestimmung zurück, du mehr Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf, der Tierarzt eine enorme Arbeitserleichterung und alle zusammen sehr viel mehr Vertrauen in den Umgang miteinander.

Zusätzlich bewirkt “Medical Training” Wunder in der Beziehung zwischen dir und deinem Pferd. Schau dazu gern einmal in diesen Blog Medical Training bewirkt Wunder in der Beziehung von mir.

Wie du dir diese Bereitschaft zur Kooperation beim Pferd erarbeiten kannst?

Für genau diese Erarbeitung der Kooperation und Selbstbestimmung gibt es das sogenannte “Medical Training“. Ich habe ein ganzes Ausbildungskonzept für Pferdebesitzer, Trainer, Tierärzte und andere Profis aus dem Pferdebereich entwickelt.

Dieses Training ist besonders auf Situationen der Gesundheitspflege und des tiermedizinischen Bereichs ausgerichtet. Du erlernst Methoden, um bestimmte angsteinflößende und schreckbehaftete Situationen wie die Spritze, eine Wurmkur, etc. zu üben und deinem Pferd die Angst davor zu nehmen.

In meiner Steigerwald.T -Online Academy, findest du unter dem Bereich Medical Training eine Vielzahl an Ausbildungsinhalten in Form von Webinaren.

Womit du dir diese Kooperation aufbauen und erarbeiten kannst!

Im Medical Training arbeiten wir mit Kooperationssignalen.

Ein Kooperationssignal ist ein durch Belohnungslernen etabliertes Verhalten, das dir eine Information über die Bereitschaft deines Pferdes gibt, die nachfolgenden Manipulationen auszuhalten und sogar aktiv daran mitzuarbeiten.

Das Haupteinsatzgebiet für Kooperationssignale liegt im Bereich von pflegerischen oder medizinischen Maßnahmen. Sie ermöglichen Ihrem Pferd den Verlauf solcher Maßnahmen zu steuern.

Dank der dadurch erreichten Selbstwirksamkeit und der durch den Trainingsweg aufgebauten positiven Verknüpfung, kann Ihr Pferd lernen, die oftmals unbequemen, unangenehmen oder gar schmerzhaften Prozeduren in der Behandlung ruhig und entspannt auszuhalten.

Beispiele für Kooperationssignale sind das Einnehmen einer bestimmten Körperhaltung oder das Ausführen von Körpertargets mit oder ohne Hilfsmittel.

Zu den am häufigsten gewählten Kooperationssignalen zählen:

  • die Grundposition
  • ein Huftarget (Bodentarget)
  • Unterkiefertarget auf einem Kooperator (siehe Foto)
  • stationäres Nasentarget
pferd kooperation

Es gibt viele weitere Kooperationssignale, unterstützende Hilfsmittel und Übungen Im Medical Training.

Wenn du dich intensiver über das Medical Training informieren und reinschnuppern möchtest, dann habe ich in meinem Shop etwas für dich. Das kostenlose Webinar “Einführung Medical Training” 

In diesem Webinar mit mir und der Tierärztin Samantha Krost-Reuhl geht es sowohl um Grundsätzliches im Medical Training als auch um die Inhalte der Steigerwald.T Medical Trainer Ausbildung. Neben den lerntheoretischen Hintergründen bekommst du einen Überblick über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten am Pferd sowie erste Ideen für dein Training zu Hause.

Um diese ersten Ideen für das Training zu vertiefen und zu konkretisieren sowie für deine konkreten Fragen, wird es am 12.07.2022 um 19:30 Uhr das Live Webinar Kooperation im (Medical) Training | Live-Webinar geben. Hier kannst du dich direkt anmelden.

Vielfalt im Training mit Pferdewippen – Der Drehteller

Mit diesem Blog möchte ich euch den Steigerwald.T Drehteller vorstellen sowie seine Vorteile für das gesundheitsfördernde Pferdewippen-Training vorstellen.

Eine Steigerwald.T Pferdewippe in rund oder oval bietet unendlich viele Trainingsmöglichkeiten für ein Ganzkörper-Workout.

Seit vielen Jahren schon, nutze ich dieses innovative Therapiehilfsmittel und Trainingsgerät. Mein allererster Drehteller bestand aus dem Rand eines alten Wagenrads, auf das ich Bohlen und eine Gummimatte geschraubt hatte. Von unten gab es eine stabile Schraube, die von einer Halbkugel gestützt wurde.

Der zweite war aus einer alten Kabeltrommel aus dem Tiefbau 😅. Inzwischen haben wir praktische und besser händelbare Exemplare bei uns im Steigerwald.T Pferdewippen-Shop.

Auf ihm eröffnen sich bei jeder Bewegung neue Anreize zu mehr Gesundheit durch bewusste Bewegungen. Fitness, Mobilität, Sicherheit – der Drehteller bietet unendliche Möglichkeiten.

Der Charme liegt in der variablen Simulation von Kippbewegungen, die entsprechende Ausgleichsbewegungen provozieren. Ein Drehteller ist so vielfältig einsetzbar wie nur wenige andere Turngeräte für Pferde.

  •         Trainiert die tiefliegende Muskulatur sowie die Kernmuskulatur in Bauch und Rücken
  •         Verbessert die Kraftausdauer
  •         Schult kognitive und sensomotorische Fähigkeiten
  •         Verbessert die Koordinationsfähigkeiten und dadurch die Trittsicherheit
  •         Stärkt das Konzentrationsvermögen
  •         Schafft Flexibilität im Gehirn durch neue Bewegungsmuster
  •         Perfekte körperliche Vorbereitung für Anhängerfahrten
Vielfalt im Training mit Pferdewippen

Du solltest dein Pferd unbedingt kleinschrittig an die Instabilität heranführen. Schließlich muss es zum einen kognitiv verarbeiten, was du von ihm willst. Zum anderen müssen vor allem die vielen kleinen Muskeln entlang der Wirbelsäule an ihre neue Aufgabe gewöhnt werden.

Als Vorbereitung und fürs Heranführen empfehle ich meinen Kurs “Starten mit dem Wippentraining” und aufbauend dann das Live-Webinar zum Training mit dem Drehteller am 30.05.2022.

Im Training kannst du nach entsprechender Gewöhnung mit mehreren Optionen dein Pferd fördern:

Die Kompassnadel: Dein Pferd dreht sich auf der Stelle. Huf für Huf findet es auf der begrenzten Fläche seinen Halt- oder auch nicht, da jedes Umplatzieren das gesamte Gleichgewichtsgefüge verändert. So lernt es, sich auf kleiner, instabiler Fläche zu bewegen und sich gleichzeitig zu stabilisieren.

Der Wipper: Durch das Fehlen der Kufen musst du hierbei nur aufpassen, dass es nicht zu unschönen Pock-Pock Aufprallmomenten kommt. Steht dein Pferd aber auf nur einer Hälfte des Drehtellers, kannst du schönes, gleichmäßiges Vor- und Zurückschwingen trainieren. Dasselbe gilt für das Wippen von links nach rechts.

Der Königsweg: Dein Pferd verlagert sein Gewicht von hinten nach vorne, nach rechts, nach hinten, nach links, wieder nach vorne… Und das in einem flüssigen Loop, so dass immer ein Teil der Außenkante Bodenkontakt hält und keine Schwebemomente dabei sind. Von meinen ist noch keins so weit. Aber man muss ja auch Ziele haben 😉

Der Shaker: Durch eine Hula-Hoop-artige Bewegung, die aus dem gesamten Rumpf kommt, rotiert der Teller ein Stück weit auf seiner Halbkugel. Der Teller ist einen Moment lang in einer Schwebe, bewegt sich aber zu einer Seite. Je länger der Shake für die Rotationsbewegung sorgt, desto besser.

Der Buddhist: Dein Pferd hält den Teller solange in der Waage wie möglich, so dass die Außenkante keinen Bodenkontakt hat.

In diesem Video siehst du die unterschiedlichen Trainingsoptionen mit dem Drehteller.

Möchtest du deinem Pferd diese hochinteressanten Bewegungen beibringen? Das Live-Webinar zu dem brandneuen Training findet bereits am 30.05.2022 um 19:30 Uhr statt. Sichere dir deinen Platz und melde dich hier dazu an.

Träume nicht dein Leben…

Träume nicht dein Leben

Teil 1 – Le Matou – Wie alles begann

Wie sieht es mit deinen Zielen, Wünschen und Träumen aus? Hast du eine Liste von Orten, die du einmal besuchen möchtest, von Erlebnissen wie z.B. in einer Wildpferd-Herde mitlaufen, von einem ganz bestimmten Lebensgefühl? Gibt es etwas, was du konkret unternimmst, um dem Ganzen näher zu kommen?

Für mich war ein lang gehegter Traum, auf einem Hof mit vielen Tieren zu leben und ein Seminarzentrum zu haben. Mit dem Kauf eines Resthofs in Niedersachsen begann 2010 die Verwirklichung. Wir haben geplant und gearbeitet, gebaut und gestaltet und viel Unterstützung vom Universum und unzähligen lieben Menschen erhalten. Über die Jahre wuchs und gedieh Hof Steigerwald zu einer Oase für Mensch und Tier mit einem voll belegten Terminkalender. Und warum alles in der Welt gibt man so etwas auf?! Das war eigentlich auch nicht so geplant.

2019 wollte ich endlich einmal wieder richtigen Urlaub im Sommer machen und durchstöberte Airbnb. Da ich nach dem Abitur mit zwei Pferden und zwei Hunden auf einen fünfmonatigen Wanderritt in die Vorpyrenäen gegangen war und dort 1,5 Jahre gelebt hatte, schaute ich auch dort nach Angeboten. Ganz hatte mich diese Gegend schließlich nie losgelassen. Die Natur, die Stille, der Reiz der Berge, das entspannte Lebensgefühl…

Ich genoß jeden Tag meines Urlaubs, schwelgte in Erinnerungen an vergangene Zeiten und als meine Gast­geberin mir von einem einzigartig schönen Platz vorschwärmte, der aus Altersgründen zu verkaufen sei, meinte ich: „Also anschauen würde ich es mir schon…“ Am Tag vor der Rückfahrt nach Deutschland fuhren wir nach Le Matou, so der Name des Hofes. In Frankreich hat jeder Einzelhof einen Eigennamen, das ist sehr charmant. Beim Spaziergang über das Grundstück sah ich die Pyrenäen und spürte: Das ist es! ❤

Ohne wenn und aber, es sprang mich quasi an. Ich hatte allerdings keine Ahnung, woher ich das Geld nehmen sollte und was mein Mann Mario und Richard, unser Sohn dazu sagen würden. Beide hielten mich natürlich für verrückt. Richtig und völlig verrückt. Es folgte eine sehr aufregende Zeit und im April 2020 verkauften wir Hof Steigerwald und kauften Le Matou. Ende Juli ist es dann endlich soweit und unser Traum wird Realität.

Wir siedeln mit Sheltie Jupiter und allen sechs Ponys um. Richard bleibt in Deutschland, um sein Abitur zu machen, die Schafe sind schon woanders unterge­kommen und die Hühner ziehen an den neuen Standort für die Hühnerseminare  in der Nähe von Göttingen. Denn es wird mich weiterhin auch in Deutschland als Referentin geben! Durch Familie und Freunde gibt es genug Gründe neben dem Unterrichten von fachlich fundiertem Clickertraining, mich drei-bis viermal im Jahr auf den Weg zu machen.

Die Pferdeseminare haben ab Oktober noch keinen end­gültigen Standort. Ich werde auf jeden Fall ausschließlich auf Höfen mit vernünftiger Offenstallhaltung arbeiten. Zum Glück braucht man für Formate wie den Steigerwald. T Medical Trainer oder den Trainings Spezialist Pferd keine ganze Reithalle.

Für den Wippentrainer braucht es hingegen schon etwas Auswahl an Turngeräten vor Ort, da ich nicht die Wippen aus Frankreich mitbringen werde. Wenn du also schon ein paar Steigerwald Turngeräte dein Eigen nennst und Lust auf zwei Seminartermine mit dem Thema Pferdewippen-Training im Jahr bei Dir auf dem Hof hast, melde dich gerne über info@steigerwald-t.de.

Apropos Pferdewippen: Der Bau und Versand von der Zweibeinwippe über die Ganzkörperwippen bis hin zu Drehteller, Balancer und Stepper findet weiterhin in Deutschland statt. Das Holz der Kufen wird dann aber südfranzösisch sein.

Mit der Zeit wird es dann auch Seminarangebote dort auf Le Matou geben.

Wir sind schon fleißig am Planen und das Gästehäuschen ist bereits bezugsfertig. Auf dem 67 Hektar großen Grundstück sind die Möglichkeiten unendlich! Und für die Frauen, die überlegen, wie sie ihre Männer davon überzeugen können, für eine Fortbildung so weit zu fahren: Mario will sich einen Minibagger für die vielen Arbeiten, die noch zu machen sind, zulegen, es ist also für die Bedürfnisse von Vielen gesorgt 😉

Mehr Details über Le Matou werden in den nächsten Wochen folgen. Abonniere jetzt unseren Newsletter, dann verpasst du keine Neuigkeiten und kannst unseren Traum und besonders den Start auf Le Matou weiter mitverfolgen.

Und nun nehmen wir dich ein kleines Stück mit und stellen dir mit dem Video Le Matou vor.

Die Heldenliste

Die Heldenliste ist eine Liste von Helfern und Unterstützern, welche uns dabei unterstützen, unser Traumprojekt Le Matou umzusetzen und Wirklichkeit werden zu lassen.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns bisher dabei unterstützt haben und weiterhin unterstützen, den Steigerwald.Traum wahr werden lassen.

Wir sind dankbar und freuen uns über jeden einzelnen Unterstützer und wünschen unseren besonderen Helfern alles erdenklich Gute für die Verwirklichung ihrer eigenen Lebensträume.

Möchtest du auch auf die Heldenliste und dabei sein, wenn im Angesicht der Pyrenäen ein Ort entsteht, an dem Leben, Lieben, Lernen möglich gemacht wird? Dann wähle Dein ganz persönliches Dankeschön für Deinen Beitrag in unserem Onlineshop.

Das Motionclick Trainer Netzwerk

Das Motionclick Trainer Netzwerk

Gemeinsam mit Pferden wachsen

Meine Kollegin Sylvia Czarnecki hat eine Initiative ins Leben gerufen: Das Motionclick-Trainer-Netzwerk, eine Initiative für Training auf Basis der positiven Verstärkung sowie für gewaltfreies Pferdetraining.

Damit wollen wir zur Verbreitung von fachlich fundiertem und pferdefreundlichen Training beitragen.

“Clickern” ist nämlich so viel mehr, als einen Knackfrosch zu benutzen und das Pferd mit Leckerli vollzustopfen 😉

Insbesondere soll das Netzwerk Menschen auf der Suche nach qualifizierten Trainern und Fortbildungsangeboten helfen, auf der Seite hast du die Möglichkeit, nach einem passenden Trainer in deiner Nähe  zu suchen.

Die Qualität der Trainer wird durch ein Aufnahmeverfahren auf Basis der Leitlinien des Motionclick Netzwerkes gesichert. Viele von ihnen haben die Hühnermodule auf Hof Steigerwald besucht, den Trainingsspezialiten Pferd absolviert und/oder sind Steigerwald.T Medical Trainer und Wippentrainer.

Unser Ziel und Vision ist es, das Verständnis für die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Methoden zu fördern sowie Wissen über diese Trainingsmethoden leicht zugänglich und zentral zugänglich zu machen.

Daher haben wir folgende Frage: Du wolltest dich schon immer mit dieser Trainingsmethodik beschäftigen oder damit anfangen? Dir fehlte bisher jedoch die Zeit dafür, oder ein geeigneter Trainer oder Informationen fehlten? Oder vielleicht möchtest du in das Thema einfach nur mal reinschnuppern?

Begriffe wie “Futterpunkt”; “Belohnungsrate”, “Operante Konditionierung” hast du vielleicht schon einmal gehört aber bisher keine Ahnung davon gehabt, was diese im Training mit Pferden bedeuten?

Dafür haben wir Mitglieder des Motionclick-Trainer-Netzwerk auf Facebook und Instagram eine Inforeihe gestartet. Fachbegriffe einfach erklärt. Vom 1. bis 17. April erklären wir euch kurz und knackig wichtige Fachbegriffe aus dem Clickertraining.

Mit der Reihe “Fachbegriffe des Clickertrainings einfach erklärt”, erhältst du von qualifizierten Trainer jeden Tag einen speziellen Fachbegriff aus dem Clickertraining erklärt. Da jeden Tag ein anderer Trainer aus dem Motionclick-Trainer-Netzwerk. einen Fachbegriff erklärt, hast du im gleichen Zuge die Möglichkeit die Trainer des Netzwerkes kennenzulernen.

Über diese Reihe der “Fachbegriffe des Clickertrainings” und den Inhalten der Trainer bekommst du die Möglichkeit, in die Methodik und Trainingsformen reinzuschnuppern, dir Wissen in “kleinen Häppchen” anzueignen und diese direkt in deinen Alltag mit deinem Pferd einzubinden, auszuprobieren oder zu testen.

Hier bekommst du qualitativ hochwertiges Wissen und dies kostenlos. Also sei dabei und folge uns auf Facebook und / oder Instagram.

Und falls du mal einen Tag verpasst haben solltest, ist dies nicht schlimm. Du kannst alle Begriffe bzw. Beiträge auch im Nachgang nachlesen.

Am 18. April schließen wir das ganze mit einer Podcastfolge von fair.stärkt – positive Lösungen für das Training mit deinem Pferd ab, in der wir alle Begriffe noch einmal zusammenfassen.

Wir freuen uns sehr, euch mit dieser Initiative die perfekte Möglichkeit zu bieten, um euch mit der Trainingsform der positiven Verstärkung vertraut zu machen.

Höflichkeit- DIE Grundlage im Clickertraining

Höflichkeit im Clickertraining
Höflichkeits-Challenge mit Verlosung toller Preise
Die freudige Motivation bei der Arbeit mit Futterlob erscheint einem manchmal wie ein kleines Wunder. ?
Damit in der Kommunikation beim Clickertraining und vor allem ein Termin mit dem Tierarzt gut und sicher über die Bühne geht, lernt das Pferd zuallererst das ruhige Stillstehen und vor allem die Geduld, nicht eigenmächtig beim Menschen auf Futtersuche zu gehen. Ein oft benutzter Begriff dafür ist „Höflichkeit“.
Mit so einem Höflichkeitstraining legst du eine perfekte Grundlage für jede beliebige Trainingsaufgabe, nicht nur im Medical Training.
Deshalb starten die Mitglieder der Steigerwald.T Medical Trainer Gruppe eine Höflichkeits-Challenge!
Es gibt -neben einem höflichen Pferd- tolle Gewinne: Wir verlosen unter allen gültigen Uploads einmal das Buch “Medical Training für Pferde” und Online-Coachings bei den Steigerwald.T Medical Trainerinnen Regine Witten von Plus-R Pferdetraining, Sarah Pöthig von Clickcklackglück, Luise Wolf und Lisa Tometten von Kontaktpferde, Nadine Keune von Pferdhundmensch, Ulrike Klimek von Littletoe_Medicaltraining, Carina Prantl von Medicaltrainingpferd Tirol, Lena Kaul von Lena Kaul Medicaltraining für Tiere,  Jaclyn Wollscheid von Jawoll V- Plus und Gwendolyn Schubert vom Clickerlabor.
Eure Aufgabe:
Du und dein Pferd stehen für mindestens drei Sekunden entspannt nebeneinander. Das Pferd steht dabei in Grundposition mit dem Kopf nach vorn, alle vier Hufe am Boden, die Nase etwa auf Buggelenkhöhe. Die Aufgabe wird in Freiarbeit erledigt, dein Pferd steht also völlig frei neben dir.
Wie kannst du an der Challenge teilnehmen?
Erstelle ein Video, in dem du den Anfangszustand zeigst, und anschließend drei Sekunden höfliches Stillstehen. Lade das Video auf Instagram in der „Medical Training für Pferde mit Nina Steigerwald“-Gruppe auf Facebook hoch. Schreibe die Hashtags #streberpony2022 #streberpferd2022 #medicaltrainingpferd #clickertraining #steigerwald.t dazu.
Bis wann muss dein Video hochgeladen sein?
Am 15. April ist die letzte Gelegenheit, die Auslosung findet am 17. statt und die Gewinner werden per PN auf dem jeweiligen Kanal benachrichtigt.
Tipp: Wer nicht so recht weiß, wie er mit dem Training anfangen soll, findet in Nina Steigerwalds (bis zum 10.04. kostenlosen) Webinaraufzeichnung „Höflichkeit beim Clickern“ (Gutscheincode: HOEFLICH/NL-100%) eine wertvolle Anleitung.

Teilnahmebedingungen:

Veranstalter dieses Gewinnspiels ist Nina Steigerwald
Es kann nur ein Trainingsvideo pro Teilnehmer zur Verlosung zugelassen werden. Die Gewinner werden in einem Beitrag in der Facebook Gruppe „Medical Training für Pferde mit Nina Steigerwald“ und auf Instagram benannt und per PN im jeweiligen Kanal benachrichtigt.
Eine Barauszahlung der Gewinner ist nicht möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Durch die Teilnahme an der Höflichkeits-Challenge akzeptieren die Teilnehmer ausdrücklich diese Teilnahmebedingungen.

 

Die Steigerwald.T Wippentrainer

Stute Frieda auf der Pferdewippe

Die Begeisterung für Pferdewippen wächst in einem beeindruckenden Tempo. Die vielen positiven Effekte auf unterschiedlichste Pferde und Ponys bewirken, dass immer mehr Equiden in den Genuss einer Wippe kommen. Die Steigerwald.T Wippenmodelle lassen sich sehr vielseitig einsetzen: Selbst ein schlichtes Betreten oder Hinübergehen fördert die Arbeit der Tiefenmuskulatur und ist eine echte Herausforderung für das Koordinationsvermögen. Möchtest Du aber das Beste für Dein Pferd bewirken, dann lohnt es sich, auf eigenständige, fließende „Wipp-Wapps“ hinzuarbeiten. Bei dieser Aktivität werden die Muskeln gekräftigt und vor allem die Faszien sanft geschmeidig gemacht. Hierfür verlagert dein Pferd sein Gewicht rhythmisch vor und zurück. Und das Ganze bitte ohne die Gelenke zu beugen oder den Hals einzusetzen.

Wippentraining ist komplex, das Training von Wipp-Wapps erfordert ein gutes Timing und eine gewisse Übung. Und hier kommen die Steigerwald.T Wippentrainer ins Spiel: Sie begleiten Dich und Dein Pferd zu Muskeltraining mit Spaß und Verstand. Um das Zertifikat zu erhalten, ist die praktische Teilnahme an einem Wochenende auf Hof Steigerwald Voraussetzung. An beiden Tagen trainieren alle Teilnehmerinnen mit Pferden unterschiedlichen Wissenstands. Vom Betreten eines begrenzten Untergrundes über erste Instabilität, Erzeugung von Wipp-Bewegungen, selbständige Wipp-Wapps bis zur Hankenbeugung ist alles dabei. So bekommt man nicht nur ein umfassendes Bild vom Aufbau und den Vorgehensweisen im Wippentraining, man lernt auch praktisch, welche Fallen es zu vermeiden gilt und was man verändern muss, wenn es mal nicht so läuft wie geplant. Und das ist ja im echten Leben am Pferd recht häufig der Fall ?

Dann gilt es, zwei „Gesellenpferde“ auszubilden und das Training per Video und Schrift zu dokumentieren. Regine Witten von Plus-R Pferdtraining hat mit zwei Islandstuten die Herausforderung mit Bravour erfüllt. Die Trainingsverläufe zu 10 Wipp-Wapps für einen Click sowie vom ersten Betreten bis zur Hankenbeugung findest du auf Youtube.

Dieses Jahr haben Simone Mender von Simones Pferdetraining und Nadine Senekowitsch von Positv Fairstärkt die Anforderungen erfüllt und helfen interessierten und engagierten beim Training mit den Pferdewippen. Wir freuen uns sehr, dass so noch mehr Pferde in den Genuss von Wippentraining kommen und gratulieren ganz herzlich!

Schmerzen und die Auswirkungen auf Verhalten

Frekjas erste Behandlung

Ich bin Svea und momentan die Praktikantin auf Hof Steigerwald.

Meine Frekja ist eine Islandstute und 14 Jahre jung, ich habe sie seit April 2020. Sie hat einen spritzigen Charakter und neigte oft zu überschießenden Reaktionen. Vieles wurde auf Frekjas Temperament geschoben- und damit erklärt und entschuldigt. Auch ich habe mir nie viel dabei gedacht. Als ich dann anfing, mit ihr hier bei Nina zu trainieren und sie in die Herde eingewöhnt wurde, war das „Überschießen“ schon auffällig und wir haben überlegt, woran es liegen könnte. Über eine Bachblütentherapie haben wir versucht, Frekja mehr ins Gleichgewicht zu bekommen und auch über das Training wurde es schon besser. Aber irgendwie lag da eine Daueranspannung in meinem Pferd, die für mich einfach normal war. Das war Frekja. Ein explosives Pferd. Körperliche Ursachen hierfür kamen mir nicht in den Sinn.
Bei der Vorbesitzerin wurden jährlich die Zähne gemacht. Außer ein paar Kanten wurde nie etwas entdeckt. Letztes Jahr war an ihrem geplanten Zahnkontrolltermin die Abfahrt nach Hof Steigerwald. „Kein Problem“, dachte ich. „Die letzten Jahre wurde nie etwas entdeckt, dann ist es schon okay, wenn die Kontrolle diesmal nach 1,5 Jahren und nicht wie sonst nach einem ist.“
Im Mai kam Rebecca Pflug zum Zahntermin. Ich war ganz aufgeregt, weil ich so was noch nie gemacht oder gesehen habe und ich auch noch nie ein sediertes Pferd erlebt habe. Aber Rebecca war toll und hat dann leider etwas Schlimmes bei meinem Pferd entdeckt: Der obere erste, rechte Backenzahn war einmal quergespalten. Ein gebrochener Zahn im Kiefer meines Pferdes! Das war schon der erste kleine Schockmoment. Eine mögliche Ursache: Der erste untere Backenzahn auf beiden Seiten war zu lang und hatte dadurch zu viel Druck auf den oberen ausgeübt. Auf der linken Seite war es nicht sicher, ob der erste obere Backenzahn auch gebrochen ist, oder es nur ein Wolfszahn ist, der sich komisch platziert hat. Auf jeden Fall war klar: Der gebrochene Zahn muss raus.

Ja, was nun? Da mein Pferd nicht gut auf einen Hänger geht, wollte ich mit ihr zurück nach Hamburg wandern. Der Trip war für Ende Mai/Anfang Juni geplant. Ein Zahn muss gezogen werden, die meisten Pferde stecken das gut weg, also kann man das vielleicht verbinden? Auf dem Weg nach Hause einmal Zwischenstopp in der Klinik Ottersberg, Pause machen und weiter geht’s. So der Plan. Ein verrückter Plan, aber ich bin noch jung und mache solche Pläne zum Glück noch gerne.

Am 1. Juni war die OP. Wir kamen am dritten Tag unserer Reise in der Klinik an und mein Pferd wurde direkt sediert, da sie sich in dem Behandlungsraum nicht wohl gefühlt hat und ohne Sedierung die erste Begutachtung der Zähne gar nicht möglich gewesen wäre.
Schnell kam raus: Beide Zähne sind wirklich gebrochen. Der andere vermeidliche Wolfszahn war ein Teil des in drei Teile zerbrochenen Backenzahnes. Nach dem Röntgen dann die nächste Überraschung: Auf der rechten Seite befand sich über dem gebrochenen Zahn ein Granulom. Diese knotenförmige, entzündliche Zellansammlung war laut der Tierärzte schon seit ca. 2 Jahren am Wachsen. Eine so lange Zeit war ein schlimmer Prozess im Maul meines Pferdes zugange, der die zwei Zähne instabil gemacht hat, die Wurzeln aufgelöst hat und mein Pferd muss seit mindestens einem Jahr mehr oder weniger starke Schmerzen gehabt haben. Die OP wurde auf 1,5 Stunden angesetzt.

Ich durfte leider währenddessen nicht dabei sein. Ich war völlig fertig und habe uns schon mal einen Abholservice organisiert, denn Weiterwandern war nicht mehr möglich. Um Punkt 12 Uhr stand ich vor dem Behandlungsraum, der Hänger war schon da und ich bin meiner Gastgeberin Ulrike immer noch wahnsinnig dankbar für ihre Unterstützung und wie lieb Frekja und ich aufgenommen wurden. Zu zweit saßen wir also vor dem Behandlungsraum, aber es kam immer noch kein Arzt raus.
Um 12:15 dann wurde mir erklärt, dass die OP noch etwas dauern wird. Das Granulom hatte sich nach hinten geschoben, noch wurde versucht, es zu entfernen. Kurz danach hörte ich einen Ruf nach Hilfe aus dem Raum, wusste selbst aber nicht, was los war. Furchtbar! Um ca. 12:45 wurde im Raum gejubelt, um 13 Uhr konnte ich endlich zu meinem Pferd rein. Die OP hat insgesamt 2,5 Stunden gedauert, am Ende waren 5 Leute dabei und haben durch die Nase und den Kiefer probiert, das Granulom zu entfernen. Mit Erfolg!

Sie bekam für 7 Tage ein Antibiotikum und für ca. 4 Tage Schmerzmittel. Donnerstag wurde die Nachuntersuchung gemacht und der Tupfer gewechselt. Nina und Mario haben uns mit Pony Amadeus abgeholt, damit sie nicht alleine auf dem verhassten Anhänger stehen muss. Schon beim Abholen ist Nina der entspannte Gesichtsausdruck von Frekja aufgefallen. Am zweiten Tag ohne Schmerzmittel war ich schon völlig panisch, dass sie vielleicht doch noch Schmerzen hat, weil sie insgesamt so ungewohnt ruhig war. Als ich sie dann zum ersten Mal mit Braunchen habe kraulen sehen, wurde mir jedoch klar, dass sie wahrscheinlich das erste Mal seit geraumer Zeit keine Schmerzen mehr hat.

Frekja hat seit der OP einen viel weicheren Gesichtsausdruck und wirkt auch sonst viel entspannter. Ich bin so froh und erleichtert, dass Rebecca diese Zähne gesehen hat und mich an die Ottersberger Klinik weitergeleitet hat. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und Frekjas Wunden heilen supergut.

Mir ist durch diese Geschichte bewusst geworden, wie wichtig eine jährliche und gründliche Kontrolle ist. Die Zähne beeinflussen so viel und manchmal kriegt man es als Besitzer leider nicht mit. Frekja hat immer mitgearbeitet, sie war motiviert, sie hat gefressen. Ihr hat scheinbar nichts gefehlt. Da war eben diese Grundanspannung, die einfach dazu gehört hat, aber der Unterschied zu jetzt ist enorm.

Bitte, bitte, bitte lasst eure Pferde regelmäßig untersuchen!
So etwas wünsche ich keinem Pferd. Wenn ich die Zähne ernster genommen hätte, hätte ich Frekja vielleicht schon viel eher von den Schmerzen befreien können.
Jetzt steht Medical Training für Maul und Zähne weit oben auf meiner Liste an Dingen, die ich trainieren möchte. Zum Glück hat Nina alle Schritte rund ums Zahntraining in ihrem neuen Buch „Medical Training für Pferde“ und im Themenwebinar „Zahntraining“ beschrieben. Denn zusätzlich zu den gebrochenen Zähnen, hat sie auch Karies an zwei Zähnen und Zahnfleischrückbildung an den Vorderzähnen. Ach ja, das Leben mit Pferd wird nicht langweilig.

Hast du bei der Zahnkontrolle auch schon einmal eine schlimme Überraschung erlebt?