Oktober auf Le Matou

Ende September bin ich nach Deutschland aufgebrochen, auf dem Anhänger Brennholz für Freunde in Deutschland. Mario holt das Brennholz aus unserem Wald und derzeit sind genügend tote Bäume zu finden, so dass für einen beheizten Ofen noch nicht einmal Bäume sterben müssen. Mario hat außerdem die Solaranlage auf dem Dach montiert und bei dem guten Wetter hier im Süden können wir optimistisch sein!

Das Projekt „Holzveredlung“ nimmt Formen an, auf dem Grundstück eines befreundeten Belgiers stehen einige Nadelhölzer zur Ernte an. Das Sägewerk, auf dem auch die Eichen für unsere Wippenkufen zugesägt werden, soll auf dem großen Anhänger montiert werden. So kann Mario nicht nur unser eigenes Holz für diverse noch anstehende Bauprojekte aufsägen, sondern an unterschiedlichen Plätzen direkt vor Ort die gewünschten Maße sägen.

Während ich unseren Sohn, Familie und Freunde besuchte und viel Freude beim Unterrichten hatte, haben Mario und unsere Praktikantin Lilly unsere experimentellen Hochbeet-Kisten bestückt. Am Stall wird abgeäppelt, diese in einer Paloxe (Mischung aus Gitterbox und Palette) gesammelt, als oberste Schicht 30 cm Erde drauf-et voila, das Saatgut für das Wintergemüse kann ausgebracht werden. Sollten die Wildschweine mal zu nah ans Haus kommen, ist es immer noch sicher. Wenn nächstes Jahr die Äppel verrottet sind, haben wir uns hoffentlich für einen Platz für den Garten entschieden und können die Paloxen dort ausleeren.

Die Pferdeherde grast am Hand von Le Matou
Die Pferdeherde grast am Hand von Le Matou

Was uns ebenfalls noch lange begleiten wird, sind die Wege auf Le Matou. Zum Glück haben wir jetzt eine „Epareuse“ zum Freihalten der vorhandenen. Würde man das alles manuell machen wollen, bräuchten wir keine anderen Hobbys mehr. Es gibt einige alte zu entdecken, freizulegen und wieder instand zu setzen.

Außerdem haben wir das Traumprojekt, dass einmal an der Außengrenze entlang ein befahrbarer – also mit einem sehr geländegängigen Fahrzeug – Weg laufen soll. Der natürlich auch zu Pferd, Mountainbike oder zu Fuß den Wandernden beglückt. Bislang kämpft Mario sich weiter mit dem Jimmy durch das Unterholz und hat auf jeden Fall viel Freude dabei.

Der kleine Geländewagen ist auch das Transport- Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Lehm zum Haus zu holen. Lilly verputzt die Wände des oberen Rohbaus damit. Nächstes Jahr, wenn die erste „Erlebniswoche Matou“ beginnt, soll er schließlich als Gemeinschaftsraum und Herberge dienen.

Wir planen Aufenthalte mit weniger fokussiertem Trainingsschwerpunkt, sondern noch mehr in das Thema Lebensqualität durch Bewusstheit und Well-Being einzusteigen. Die Planung der Aktivitäten muss dann gut koordiniert werden. Wenn die Einen mit dem Minibagger spielen, machen die anderen am ent­gegengesetzten Ende des Grundstücks ihre Trainings mit den Tieren… Ein großes Plus an Erleben geschieht auch durch Stille, durch das Wahrnehmen all dessen, was um einen herum ist. Und das komplett ohne maschinengemachte Hintergrundgeräusche.

Unter diesem Zeichen der Herausforderungen der „zivilisierten Welt“ stehen nach meiner Rückkehr auch die Aufgaben mit den Ponys und Jupiter. Die Silvesterchallenge hilft unseren Tieren, mit den Ereignissen ihrer nicht immer tierfreundlichen Umwelt zurechtzukommen. Du möchtest dein Tier auch unterstützen oder bist einfach nur neugierig, was es damit auf sich hat? Dann schau hier rein: Silvesterchallenge

Bericht vom Tag der offenen Tür

Freya im Sprung

Sabine Bruns bereichterte unsere wunderschöne Veranstaltung und hat einen Bericht auf ihrem Blog veröffentlicht:
Hier findet ihr ihn nebst schönen Fotos.

Mein Bericht muss noch etwas warten, weil ich jetzt zu einer 4-tägigen Pferdewanderung aufbreche. Marengo, mein Reha-Pferd, wird von seiner Besitzerin und mir mit Wolfgang und Jupiter nach Hause nach Bielefeld begleitet. Auch davon werdet ihr bald lesen!

Die Erschaffung des Pferdewippenfreundes

Pferdewippen Freund

Dann erschuf das Pferd die Menschen als Freunde und Begleiter.
Es segnete sie und sprach zu ihnen: Seid lernwillig und mehret euer Wissen.
Sprecht mit uns als Wesen, die sich intelligenterer Mittel als körperlicher Intervention bedienen.
Fragt euch stets, wie ihr uns eure „verrückten Spiele“ besser erklären könnt.

Gymnastiziert uns sinnvoll – habt Spaß mit uns beim Wippen!

Wir hatten auf jeden Fall auch enorm viel Spaß mit Daniela und Marcello

Click Ruprecht

Click Ruprecht

Vor nicht allzulanger Zeit war es selbstverständlich, auch- oder erst zu Recht?- zum Fest der Liebe zu strafen. Ich glaube fest daran, dass sich diese Geisteshaltung in allen Bereichen ändern wird und wir in diesem Jahrhundert andere Strategien des Miteinanders entwickeln. Und ich hatte einen Höllenspaß daran, das Gedicht von Theodor Storm, dem ich als geborene Schleswig-Holsteinerin sehr verbunden bin, umzuschreiben. Ich hoffe, Ihr habt Freude beim Lesen!

Von drauss’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es clickert hier sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich schlaue Hühner sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen B.F. Skinner hervor.
Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann,
Da rief er mich mit lauter Stimme an:

„Click Ruprecht“, rief er, „alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Wissenstor ist aufgetan,
Mensch und Tier sollen nun
im Training stets richtig tun;
Und morgen flieg’ ich hinab zur Erden,
Denn es soll positiv verstärkt wohl werden!

Ich sprach: „O lieber Herr Skinner,
Deine Hilfe brauchts noch immer;
Ich will nur noch in diese Stadt,
Wo’s viele, viele Pferde hat.“ –

„Hast denn den Clicker auch bei dir?“

Ich sprach: „Der Clicker, der ist hier:
Denn Apfel, Möhre, Haferkern
Fressen alle Pferde gern.“ –

„Hast denn die Rute auch bei dir?“

Ich sprach: „Bei der Rute, das ist immer:
Erfüllt sie ihren Zweck,
Die Beziehung ist im Dreck.“

Skinner sprach: „So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

Von drauss’ vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hier innen find’!
Wie trainiert ihr euer Pferd geschwind?“

(Nina Steigerwald frei nach Theodor Storm)