Medical Training- Kooperationssignal

Geht es im Training um potenziell unangenehme oder sogar schmerzhafte Eingriffe und Manipulationen am Körper unseres Tieres, haben wir besonders aufmerksam vorzugehen.
Ein guter Trainingplan hilft dabei, sich die einzelnen Trainingsschritte zu vergegenwärtigen und in stetem Abgleich das Verhalten unseres Tieres zu beobachten und entsprechend zu reagieren. Das sogenannte Kooperationssignal ist hierbei eine große Hilfe für Mensch und Tier. Die Idee ist schlicht und bestechend: Nur, wenn mein Tier mir das entsprechende Signal gibt, beginne ich mit meiner Aktion. Kein Kooperationssignal- kein Ausführen dessen, was mein Pferd als unangenehm betrachtet.

Der Aufbau ist klar strukturiert: Zuerst bringe ich meinem Pferd das Verhalten des Kooperationssignales bei. Das kann z.B. das Senken des Kopfes, das Berühren eines Nasen-, Hals-, oder Bodentargets oder wie im Fall der Stute Tequila ein Flehmen sein.

Kooperationssignal auftrainieren

Habe ich das Verhalten, baue ich eine Dauer von ca. 3 Sekunden auf, d.h. ich clicke und füttere mehrfach 1-3 Sekunden nach dem Signal des Pferdes das Verharren in dieser Position. Bietet mir mein Pferd jedesmal (in einer Folge von 5-10 Wiederholungen) nach dem Füttern das Signal an, ist es Zeit für die eigentliche Aufgabe.

Anstatt zu clicken, mache ich eine Bewegung oder Berührung. Erfüllt mein Pferd weiterhin das Kriterium, gibt es Click und Futter. Beim Medical Training ist in 90% der Situationen Stillhalten das Verhalten der Wahl. Hier muss ich als Trainer festlegen, wie still es sein muss. Für eine Blutabnahme brauche ich viel mehr Immobilität als für Fieber messen.

Ein Beispiel: Pferd legt Hals ab- ich berühre den Hals eine Sekunde- Pferd hält still- Click- Futter
Fünf mal wiederholen.
Pferd legt Hals ab- ich berühre den Hals zwei bis vier Sekunden- Pferd hält still- Click- Futter
Fünf mal wiederholen.
Pferd legt Hals ab- ich berühre den Hals zwei bis vier Sekunden und kneife dabei ein wenig- Pferd hält still- Click- Futter
Fünf mal wiederholen.

So bekomme ich nach dem Füttern immer eine direkte Rückmeldung, wie ok der vorherige Durchgang für mein Pferd war. Führt es noch kauend das Koopsignal aus, bin ich im grünen Bereich. Dauert es länger oder zeigt mein Pferd ein paar Sekunden lang nicht das Signal, weiß ich, dass der Trainingsschritt unbedingt modifiziert werden sollte. Ich biete also eine kurze Hilfe zum Koopsignal und übe dann einen deutlich geringeren Reiz aus, clicke und füttere wieder. Der Moment der Wahrheit ist immer nach dem Füttern! War der Trainingsaufbau vorher solide genug, kann ich mein Pferd so zurück ins Spiel holen und mich schrittweise wieder in den Bereich vortasten, der zum „Nein“ geführt hat.

Bei folgendem Video geht es um die Kooperation für das Aufsteigen. Die Stute ist nicht eingeritten.

Marengos Trainingscamp: Der Heimweg

Marengos Heimweg

Der krönende Abschluss seiner 7 Wochen hier auf Hof Steigerwald sollte in Form einer Wanderung stattfinden. Ein guter Plan, aber wenn beide Beteiligten terminlich sehr eingespannt sind, auch ehrgeizig. Marengos Besitzerin Nadine und ich hatten 4 Tage zum Wandern zur Verfügung, laut der allwissenden modernen Technik 106km. Da die Pferde bei uns auf dem Trail täglich über 10km zurücklegen und auch Schotter, Kieselsteine, Beton, und Sand dabei sind, wollten wir schauen, wie weit wir tatsächlich kommen. Für Wolfgang war es die erste Wandertour mit Fremd-Übernachtung, für Marengo immerhin schon die zweite.

Es war ein sommerlich heißer Tag und ausgerechnet in der Mittagshitze hatten wir ein langes Wegstück ohne Schatten. Was für eine Wohltat, dann endlich im Wald zu sein! Da aber die nächste Herausforderung: Schotter! Um über Bäche zu kommen, waren wir auf die Hauptachsen angewiesen und drückten uns also im schrägen, ca. 50cm unter dem Niveau des Weges liegenden Seitenraum herum. Dass die Bäche übrigens aktuell keine mehr sind, sieht man gut an Jupiters Pfoten. Unterwegs dann immer wieder Äpfel, Birnen, Zwetschen am Wegesrand; ich mag das Gefühl, so gut versorgt zu sein! Etwas zu früh für die Jahreszeit konnten wir auch mehrfach den Bereich Nerventraining in puncto Ladewagen und Maishäcksler erfolgreich abhaken. Eine tolle Ankunft bescherten uns Ralf und Monika Meyer vom Hof Coldewey 2 bei Sulingen, die uns wie schon auf der Hintour herzlich aufnahmen.

Am nächsten Morgen bestiegen die Ponys noch Ralfs selbstgebaute Pferdewaage. Wolfgang darf noch 20-30kg abwerfen. Marengo hat in der Zeit bei uns ca.80kg abgenommen! Weiter durchs Moor- Schotter. Hitze. Auch schöne Natur-Ecken. Brombeeren. Ein wunderbarer Platz für die Mittagsrast. Nebenstrecken mit viel Verkehr, weil die Bundesstraße gesperrt ist und alle die Schleichwege benutzen. Endlich wieder Gras unter den Hufen und während einer Pause die Entscheidung, nur noch ein kleines Stück zu laufen. Nach der inzwischen schon fast obligatorischen Begegnung mit Mais-Ladewagen die Belohnung mit für norddeutsche Verhältnisse atemberaubender Aussicht und Heidelandschaft. Dann endlich dank Marcel das Equipment für ein improvisiertes Nachtlager. Ich kann jedem und jeder nur ans Herz legen, sich das Erlebnis einer Nacht unter dem Sternenhimmel mit dem Hintergrundgeräusch von kauenden Pferden und zirpenden Grillen zu gönnen. Das fällt in die Kategorie „Chicken soup for the soul.“

Nach dem Luxus frischen Kaffees frischauf weiter. Neu gekaufte Karte, Weg weggepflügt, Alternative gefunden, Schotter, schöne Landschaft, Schotter. Dann endlich wieder ein Waldstück, ein ganz alter Weg, zauberhafte Stimmung, Grün und Stille. Vorbei an Häusern, Überlegungen anstellen, wo man -wäre es nicht hellichter Tag- um Nachtlager bitten könnte. Am Rande des Moores last Order Schattenplatz: Mittagspause. Während wir immer wieder auf den Raupenbagger in 500m Entfernung schauten und überlegten, wie schnell er bei uns wäre und wie schnell wir die Ponys in den angerenzenden Seitenweg bringen könnten, nahte von der Seite eine ganz andere Herausforderung, aber wir waren schnell genug, um unsere mit großen Augen guckenden Ponys auf der Stelle festzufüttern, während die Torfloren vorbeiratterten.

Dann das schönste Stück der Strecke. Natur pur, Sandboden unter den Füßen und Hufen… Als uns die Zivilisation wieder hatte, begann es tatsächlich zu regnen. Nach einem kleinen Päuschen ging es dann noch ein Stück weiter, wo unsere wunderbaren Männer uns mit den Gespannen abholten und in die jeweiligen Heimatorte brachten. Ich bin soooo froh, dass wir uns auf den Weg gemacht haben! Das Schöne an dieser Geschichte ist: Hätte Marengo nicht ein kleines Verladethema, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, quasi direkt nach meinem Tag der offenen Tür und vor dem Seminar mit Bob Bailey nächste Woche ein paar Tage freizunehmen.

Wolfgang und Jupiter sind mir in diesen drei Tagen noch mehr ans Herz gewachsen. So viel Intensität gibt ein Alltagsleben für das einzelne Tier nicht her. Deswegen: Lasst uns immer darauf schauen, was Gutes wonach kommen kann!

Trainingsspezialist Pferd Modul 3&4

Trainingsspezialist Pferd

Aktuell findet auf Hof Steigerwald Modul 6 der ersten Staffel statt, die vor einen Jahr begann. Hier lest ihr den Bericht von Modul 3 & 4 der zweiten Staffel.

Mit Plan zum Ziel
Trainingsspezialist Pferd Modul 3 & 4 mit Nina Steigerwald & Linda Veltkamp
Du hast dich bereits mit dem Clickertraining beschäftigt, kannst davon nicht genug bekommen und möchtest deine Trainings- Skills verbessern? Dann bist du hier im Trainingsspezialisten genau richtig.
Nach der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit Trainingssystemen, Signalen und Signalkontrolle in Modul 1 und 2 folgten in den kommenden Modulen die Themen Trainingspläne, Dokumentation und Kriterien. Ich kenne viele Menschen, die ihr Training dokumentieren und sich jeden Tag aufschreiben, ob und wie lange sie geritten sind und in welchen Gangarten. Ich kenne hingegen sehr wenige Menschen, die sich bereits vorab einen Plan machen. Und ich kenne noch viel weniger Menschen, deren Trainingsplan für die nächsten 20 Minuten länger ist als eine DIN-A4-Seite. Zugegeben, je mehr Clickerbegeisterte ich kennenlerne, desto höher wird auch der Anteil an Trainingsplan-Schreibern, aber aus meiner Vergangenheit im konventionellen Pferdetraining mit negativer Verstärkung kenne ich diese Herangehensweise gar nicht.

Was macht eigentlich einen guten Trainingsplan aus? Er bildet alle potenziell relevanten Faktoren über das Tier, das gezeigte Verhalten, die Umgebungsvariablen, den Trainer/die Trainerin, die Trainingsschritte und die möglichen Probleme ab. Dabei bietet er einen Überblick darüber, an welcher Stelle im Training ich mich gerade befinde, ob ich zum nächsten Schritt übergehen kann oder einen weiteren Zwischenschritt nutzen sollte. Gleichzeitig zeigt er mir auf, welches große Ziel ich am Ende erreichen möchte. Spätestens an dieser Stelle wird klar, warum selbst eine ganze DIN-A4-Seite für einen strukturierten Plan noch zu wenig Platz bietet, oder? Also ran an’s Pferd und die Realisierbarkeit des eigenen Plans testen: Als erstes überprüften wir – unterstützt durch Nina, Linda und unsere Co-Trainerin – den Ist-Zustand. Was kann mein Pferd? Was kann ich? Hat mein Pferd die physische Konstitution, um die Übung auszuführen? Kann ich alle Trainingsutensilien und meinen eigenen Körper koordinieren? Ist die Trainingsumgebung geeignet? „Die Dokumentation soll uns immer Informationen über den limitierenden Faktor geben.“ Die erhobenen Informationen fanden ihren Weg in den Plan und dann auch in unser Training. So hörte man während der Durchführung Sätze wie „50 cm Abstand geht, 1 m nicht – ich gehe auf 70 cm“ und „der Fehler passiert immer auf 12 Uhr – ich starte bei 11.30 Uhr und arbeite mich in 5er-Päckchen weiter“ über den Platz schallen. Das Faszinierende: Innerhalb kürzester Zeit entdeckten wir unerwartete Fortschritte und Probleme, fanden im Plan den geeigneten Umgang damit, schrieben den Plan um und kamen unseren Trainingszielen in rasantem Tempo näher.

Du hast das Gefühl, noch kleinschrittiger und detaillierter kann es nicht werden? Dann ist es an der Zeit, sich mit den verschiedenen Kriterien auseinanderzusetzen. Schließlich möchte ich, dass mein Pferd das Zielobjekt prompt – also nach einer Sekunde – mit geschlossenem Maul in der Mitte berührt und zwar ohne dabei die Halterung ins Wanken zu bringen. Später soll bei gleichbleibendem Verhalten direkt neben dem Zielobjekt mit einer offenen Futterschüssel geraschelt werden. So viele Anforderungen zur gleichen Zeit! Mir dämmerte langsam immer mehr, wie schwer es für Pferde eigentlich ist, unsere verrückten Ideen zu verstehen. Doch wenn mein Training gut genug ist, wird aus dieser scheinbar unlösbaren Aufgabe eine lohnenswerte Herausforderung. Um das zuvor Gelernte weiterhin nutzen zu können, dokumentierten wir unser Vorgehen im Hinblick auf die verschiedenen Kriterien. War ein Kriterium erfüllt, gingen wir zum nächsten. Doch Halt: Warum kommt das Zielobjekt jetzt wieder ins Wanken? Das hat doch eben schon besser funktioniert! Das Schöne an der differenzierten Auseinandersetzung mit den verschiedenen Kriterien ist, dass jedes einzelne isoliert betrachtet werden kann. In der Umsetzung zeigten sich dann mal wieder viele Hindernisse, deren Überwindung wir mit Hilfe von Nina, Linda, unserer Co-Trainerin, weiteren Helferinnen und der Dokumentation in Angriff nahmen. Was für ein unglaubliches Gefühl, dem eigenen Trainingsziel näher zu kommen, die Trainingsfortschritte der anderen zu beobachten und mit Pferden zu arbeiten, die motiviert und konzentriert bei der Sache sind. Mein Fazit der vier Tage: Strukturiertes Training ist eine Herausforderung, die die synaptischen Verbindungen im Gehirn ordentlich in Schwung bringt. Sich dieser Herausforderung zu stellen, wird mit Erkenntnissen und einer Menge Spaß belohnt!

Du möchtest dazulernen, neue Perspektiven kennenlernen und dein Handeln hinterfragen? Du hast Spaß an gutem Pferdetraining und erfreust dich an faszinierenden Trainingsergebnissen? Dir ist es ein Anliegen, eine Beziehung zu deinem Pferd aufzubauen, die auf Vertrauen, Harmonie und Spaß beruht? Wie du diesen Zielen durch strukturierte Trainingspläne und bewusste Kriterien näherkommst, erfährst in Modul 3 und 4 des Seminarkonzepts „Trainingsspezialist Pferd“ auf Hof Steigerwald.

Melde dich gerne bei Nina unter 04247-9703993 oder info @ steigerwald-t.de.
Lisa Grewe

Bericht vom Trainingsspezialisten Pferd

Im November startet schon die dritte Staffel des TS Pferd. Diese Trainerfortbildung ist in ihrer Konzeption einzigartig und begeistert in vielerlei Hinsicht. Da sich viele InteressentInnen mehr Informationen wünschen, hat eine Teilnehmerin der zweiten Gruppe ihre Erfahrungen aufgeschrieben.

Training unter der Lupe
Trainingsspezialist Pferd Modul 1& 2 mit Nina Steigerwald & Linda Veltkamp
„Piep piep piep. Die Minute ist um. Wie läuft dein Plan? Geht dein Training voran oder möchtest du etwas ändern?“ Hand auf’s Herz. Wie häufig fragst du dich nach einer Minute Training, ob dein Pferd Fortschritte macht? Und wenn nicht, wie häufig änderst du deinen Plan, damit es dich besser verstehen kann?
Wer sich intensiv mit dem Thema positive Verstärkung auseinandersetzt, erkennt schnell, wie viel es zu begreifen, zu üben und zu lernen gibt. Für den Menschen – nicht für das Pferd! Wer sich tiefgreifend mit dem Clickertraining beschäftigt, kann am eigenen Leib erfahren, dass der Satz „du bekommst, was du clickst“ eine beeindruckende Dimension hat.
Aber wie werde ich eine bessere Trainerin? Um Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, mich mit anderen Trainingsbegeisterten auszutauschen, mein Timing zu schulen und mit vielen weiteren guten Vorsätzen im Gepäck, habe ich mich im Februar auf den Weg zum Hof Steigerwald in Ochtmannien gemacht. Die Mission: Der Trainingsspezialist Pferd – Modul 1 & 2. Als Themen standen zuerst Trainingssysteme und dann zwei Tage Signale und Signalkontrolle auf dem Programm.
Nach einem gemeinsamen Kennenlernen an Tag 1 starteten wir mit einem kurzen Einstieg in die verschiedenen Trainingssysteme, die die Welt der positiven Verstärkung zu bieten hat. Mit einem konkreten Trainingsziel vor Augen eröffnen sich jeder TrainerIn 1000 Wege, um dieses Ziel zu erreichen. „500 davon sind tierschutzrelevant, es bleiben uns noch 500 übrig!“ (Viviane Theby) Um ein möglichst großes Repertoire an Möglichkeiten aus den 500 letztgenannten Wegen im Trainingskoffer zu haben, konnten wir die einzelnen Trainingssysteme mit ihren Vor- und Nachteilen betrachten und im Anschluss in die Tat umsetzen. Ran an’s Pferd bedeutete in diesem Fall: Jede Trainerin suchte sich für ihr Trainingspferd (es gibt tolle Clicker-trainierte Leihpferde bei Nina) eine konkrete Aufgabe aus, um diese in zweimal 10 Minuten zu trainieren. Innerhalb dieser Zeit folgte nach jeder Minute eine kurze Evaluation: Bin ich noch im Plan? Kann ich weitermachen? Oder muss ich etwas ändern? Unterstützt durch Nina oder Linda und meine Trainingspartnerin durfte ich innerhalb der kurzen Zeit viele der zuvor besprochenen Vor- und Nachteile in der Praxis erleben. Im Wechsel von Theorie und Praxis arbeiteten wir uns in zwei Tagen durch einige Trainingssysteme. Die verbliebenen trainierten wir zuhause nach, filmten die Einheiten und kommentierten unser Training in der eigens dafür eingerichteten privaten Facebook-Gruppe.
Nach den ersten beiden intensiven Tagen ging es weiter mit Modul 2: Signale und Signalkontrolle. Wie führe ich eigentlich ein Signal richtig ein? Woher weiß ich, dass mein Pferd das gleiche Signal wahrnimmt wie ich? Viele ClickertrainerInnen machen in der ersten Zeit die Erfahrung, dass ihre Pferde auf einmal alle möglichen Verhalten anbieten. Ein Signal einzuführen, sodass mein Pferd das Verhalten nach dem Signal zeigt, geht häufig relativ schnell. Aber wie sieht es andersherum aus? Zeigt mein Pferd das Verhalten ohne Signal auch wirklich nicht? Um diesen Themen in der Praxis auf den Grund zu gehen, starteten wir erneut im Modus: Zweimal 10 Minuten intensivstes Training. Dabei zeigten sich wieder diverse Vor- und Nachteile und natürlich ging einiges schief. Trainingsfehler passieren jedem– die Frage ist eher, wie es danach weitergeht. Das Motto auf Hof Steigerwald lautet „hui, lächeln, atmen, weitermachen“.
Nach vier lehrreichen Tagen mit viel Theorie, Praxis, gemeinsamem leckerem Essen, Reden und Spielen war wohl jede Faser meines Körpers vollgestopft mit Erkenntnissen, ich war hundemüde und gleichzeitig voller Energie. Der Weg hin zu einem noch besseren Training ist toll! Und ich merke es jetzt schon, dass meine Pferde es mir danken, weil ich strukturierter bin und ihnen noch sicherer zu Verhaltensweisen verhelfen kann, die ihr Körpergefühl und Selbstbewusstsein, ihre Motivation und damit auch unsere Partnerschaft stärken.
Du hast dich bereits mit dem Clickertraining beschäftigt, kannst davon nicht genug bekommen und möchtest deine Trainings- Skills verbessern? Dann bist du hier genau richtig. Melde dich gerne bei Nina unter 04247-9703993 oder info@steigerwald-t.de
Lisa Grewe

Zahnpflege beim Pferd

Tequila hatte Zahnprobleme, die so gravierend waren, dass Zähne gezogen werden mussten. Zur Nachpflege und Gesundheitsprophylaxe wäre es sinnvoll gewesen, regelmässig die Zwischenräume zu kontrollieren und zu säubern. Wie aber tun, wenn alleine bei der Annäherung an das Pferdemaul der Kopf entschieden zur Seite geschwenkt wird?
Medical Training!

Am 12. und am 26. April gebe ich bei der Volkshochschule einen Kurs „Behandlungstraining.“ Teil 1 ist Theorie in Bruchhausen-Vilsen, Teil 2 Praxis bei mir in Ochtmannien auf dem Hof.http://www.vhs-diepholz.de/index.php?id=86&kathaupt=11&knr=C04114015

Trainingsspezialist Pferd

Joost Harenborg hat uns beim allerersten Seminar des Trainingsspezialisten Pferd begleitet und die Stimmung dieses einzigartigen Seminarformates wunderbar eingefangen.

Nachdem im September erfolgreich die erste Staffel mit 12 hoch motivierten Trainerinnen an den Start gegangen ist und wir via unserer Hausaufgabengruppe quasi live die Fortschritte und Erkenntnisse mitbekommen, freuen wir uns schon sehr auf Modul 2 am 25./26. November zum Thema Signalkontrolle. Hierfür sind auch noch Plätze ohne Pferd zu haben.

FAQs zum Trainingsspezialisten Pferd

Voraussetzungen zur Teilnahme

Kann ich auch als Theorie-Teilnehmer mitmachen?

Ja, es gibt auch diese Möglichkeit. Die Theorie-Teilnehmer können die Theorieeinheiten ganz normal miterleben und mitgestalten und im praktischen Teil wertvolle Erkenntnisse durch das Beobachten sammeln, die eigenen Dokumentationsfähigkeiten schulen und von den Erklärungen der Referenten profitieren. Auch ihnen legen wir das Nacharbeiten der Aufgaben mit den Tieren Zuhause sehr ans Herz.

Ein Theorieplatz kostet 250€ inkl. MwSt., frisch gekochtem Mittagessen, Getränken und Pausensnacks.

Muss ich als Pferdetrainer arbeiten, um am TS Pferd teilnehmen zu können?

Nein, der Trainingsspezialist ist auch für engagierte und vorgebildete Privatmenschen konzipiert. Mitgebracht werden sollte vor allem Interesse an gutem, praktischem Training und der lerntheoretischen Grundlage dahinter.

Welche Vorbildung muss ich haben?

Noch gibt es im Pferdebereich keine systematische Vorbildung im Bereich der positiven Verstärkung, deren Basiswissen als Maßstab gelten könnte.

Bekannt sein sollten die Grundlagen der klassischen und operanten Konditionierung, z.B. die vier Quadranten. Begriffe wie primäre und sekundäre Verstärker, Matching Law, response cost findet man in Viviane Thebys Buch „Verstärker verstehen“, dessen Inhalt zumindest in den Grundzügen bekannt sein sollte.

Praktisch sollte die Koordination von Clicker und Futterhand sicher sitzen und man in der Lage sein, einem Pferd Höflichkeit beizubringen. Wenn wir uns noch nicht aus anderen Trainingskontexten kennen, bitte ich um ein Telefonat, bei dem wir besprechen können, ob dieses Format wirklich geeignet ist.

Muss ich schon Hühnermodule absolviert haben, um am TS Pferd teilnehmen zu können?

Nein, eine Vorbildung bei den Hühnern ist keine notwendige Voraussetzung, aber definitiv eine gute Grundlage. Wer schon Hühnermodule absolviert hat, ist beim TS gut aufgehoben.

Organisatorisches

Wie viel kostet ein Modul? Wo kann ich buchen?

In unserem Shop kann das entsprechende Modul und Datum ausgewählt und bequem online gebucht werden.
Ein Modul (=2 Tage) kostet 360 Euro inkl. MwSt., frisch gekochtem Mittagessen, Getränken und Pausensnacks. Als Theorieteilnehmer sind es 250 Euro.

Wie viele Module gibt es?

Momentan gibt es 10 Module mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen. Theorie und Praxis sind genau auf das jeweilige Gebiet abgestimmt. In den Modulen 8-10 geht es an komplexe Aufgaben, bei denen das Wissen aus den vorherigen Modulen auf noch höherem Niveau gebündelt angewandt wird.

Welche Themen haben die Module?

1 Trainingssysteme
2 Signale und Signalkontrolle
3 Trainingspläne und Dokumentation
4 Trainingskriterien
5 Verhaltensketten
6 Unterscheidungsaufgaben
7 Konzepte
8-10 Vertiefung mit komplexeren Aufgaben

Wie läuft ein Modul ab?

In den Modulen wechseln sich Praxis und Theorieeinheiten ab. Während der Theorie wird anhand der aktuellen Aufgaben das jeweiligen Schwerpunktthema besprochen. Die vorherigen Praxiseinheiten werden reflektiert, Probleme, Lösungen und Erkenntnisse ausgetauscht und offene Fragen geklärt. In den Praxiszeiten gibt es Raum für das Training mit dem eigenen (Leih-)Pferd, aber auch für das Co-Trainer-Dasein sowie die Rolle als außenstehender Beobachter.

Zeiten sind an beiden Seminartagen von 10 bis 18 Uhr.

Muss ich alle Module absolvieren?

Nein, jeder kann selbst entscheiden welche und wie viele Module für ihn interessant sind. Das Zertifikat, welches die Teilnahme am Trainingsspezialist Pferd bescheinigt, wird jedoch erst nach dem 10. Modul, welches in der richtigen Reihenfolge und praktisch absolviert wurde, ausgestellt. Den größtmöglichen Lerneffekt hat man natürlich hierbei.

Müssen alle Module in der richtigen Reihenfolge absolviert werden?

Um die gesamte Ausbildung zu durchlaufen, müssen alle Module in der entsprechenden Reihenfolge mit Pferd absolviert werden. Es ist jedoch auch möglich nur einzelne Module praktisch zu besuchen. Dafür muss dann sichergestellt sein, dass die Vorbildung aus den vorherigen Modulen auf andere Weise erworben wurde. Eine vorherige Absprache mit uns und ggf. das Einreichen eines Trainingsvideos sind daher unbedingt nötig und für alle Seiten hilfreich.

Über welchen Zeitraum erstreckt sich der TS Pferd?

Die gesamte Ausbildung ist auf ca. 1,5 Jahre verteilt. Die Einzelmodule liegen ca. zwei Monate auseinander, die Doppelmodule entsprechend vier. Durch die Teilnahme an den Doppelmodulen verkürzt sich daher nicht die Gesamtdauer.

Kann ich zwischen Einzel- und Doppelmodulen wechseln bzw. mich von Mal zu Mal entscheiden?

Ja, das ist immer dann möglich, wo die Reihenfolge trotz des Wechsels eingehalten werden kann. Bislang stehen komplett die Termine für die erste und die zweite Staffel bis Mitte 2019. Da die Zahl der Praxisplätze begrenzt ist, empfehlen wir ein frühzeitiges Buchen derselben.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Einzel- und Doppelmodulen?

Nein, sie erstrecken sich immer über ein Wochenende bzw. ein Wochenende plus zwei Wochentage. Es finden also zwei Module hintereinander statt, die aber inhaltlich genauso sind, als würde man sie einzeln besuchen. Daher ist auch möglich nur eines von beiden Modulen zu besuchen.

Gibt es vor Ort Übernachtungsmöglichkeiten für mich?

Ja, es stehen einige einfache Gästezimmer zur Verfügung. Diese liegen im Haupthaus sowie im Seminarbereich und verfügen über zwei Gemeinschaftsbäder.

Lernerfolg durch…

Was versteht ihr unter „intensivem Coaching der Praxiseinheiten“?

Eine Besonderheit im TS -sei es Pferd oder Hund- ist die Präsenz von mehreren Fachfrauen. Unser Team besteht aus uns Referentinnen, Linda Veltkamp und Nina Steigerwald sowie TOP-Trainerinnen der Tierakademie Scheuerhof. So kann man in jedem Augenblick seines Trainings auf kompetentes Feedback und Reflektion zurückgreifen. Für die eigenen Lernerfolge -um die es im TS Pferd ja vorrangig geht- können wir so die bestmögliche Unterstützung bieten.

Was hat es mit den Hausaufgaben auf sich?

Die Hausaufgaben sind eine Vertiefung oder Erweiterung des jeweiligen Modulthemas.
Training ist ein Handwerk. Diese Aussage Bob Baileys ermuntert uns zu häufigem TUN. Je öfter man das im TS erworbene Wissen in die Praxis umsetzt, desto schneller werden sich die eigenen Fähigkeiten verbessern.

Die Hausaufgaben werden gefilmt und in die gruppeneigene Facebookgruppe hochgeladen. Hierbei geht es ausdrücklich nicht darum, die gestellten Aufgaben in Perfektion zu trainieren, sondern Ausschnitte aus dem eigenen Training zu reflektieren und Erkenntnisse zu sammeln. Für alle ohne Facebook findet sich eine andere Lösung.

Ich habe kein eigenes Pferd Zuhause, mit dem ich die Hausaufgaben trainieren kann. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Ja, das ist natürlich möglich. Jedoch sehen wir die Hausaufgaben als wichtigen Bestandteil der Ausbildung an, da die Trainingspraxis während der Module nicht ausreicht, um wirklich gut zu werden. Deswegen sollte nach einer Möglichkeit gesucht werden, wie auch Zuhause trainiert werden kann, es muss ja nicht das eigene Pferd sein.

Trainingspartner Pferd

Muss ich mein eigenes Pferd mitbringen?

Nein, wir halten es für sinnvoller, bei zu großer Distanz oder mangelnder Reiseerfahrung des Pferdes mit einem von uns für 25€/Tag zur Verfügung gestellten Leihpferd teilzunehmen, für das man abäppeln, füttern und Wasser bringen übernimmt.
Für das Zertifikat müssen die im Modul trainierten Aufgaben Zuhause nachgearbeitet und gefilmt werden.

Was muss mein Pferd können, um mit ihm am Modul teilzunehmen?

Die Grundvoraussetzung ist absolute Verladefrommheit und eine gewisse Erfahrung mit Aufenthalten in der Fremde. Die nächste wichtige eine solide Höflichkeit. Es sollte höflich neben dem Menschen stehen können, egal auf welcher Position er sich befindet (s. „Uhrenübung“ von Nina Steigerwald). Außerdem sollte es mindestens fünf Sekunden Dauer beim Warten gelernt haben. Höflich sollte es auch beim Laufen neben dem Menschen sein.

Wenn das Pferd körperliche Einschränkungen hat, sollte vorher mit uns abgesprochen werden, ob geeignete Trainingsaufgaben zur Verfügung stehen.

Gibt es vor Ort Übernachtungsmöglichkeiten für mein Pferd?

Ja, für die Seminarpferde stehen auf Hof Steigerwald Gastpaddocks zur Verfügung. Sie sind mit E-Seil shettysicher eingezäunt und haben 3 m Abstand zu ihren Kollegen. Zwei Paddocks sind mit offener Weidehütte. Als Futter steht Heulage (1.&2. Schnitt) zur Verfügung. Je nach Jahreszeit und Gegebenheiten kann auch ggf. stundenweise Weidegang ermöglicht werden.

Wir bitten um eigenständiges Versorgen der Pferde mit Futter und Wasser sowie gründliches Abäppeln und Reinigen der Paddocks. Außerdem ist ein eigener Wassereimer mitzubringen.

Die Paddocks kosten 15€/Tag/Pferd.

Um das Seminar nicht mit Stress für Mensch und Pferd enden zu lassen, sollten nur gut zu verladende Pferde mitgebracht werden.